Doctrineers-Beta: Luftschiffe ersteigern im Rundenkrieg
Doctrineers ist ein rundenbasiertes Strategiespiel, das Tempo machen will. Außerdem soll sich jede Partie anders anfühlen als die davor. Das ist ein großes Versprechen für das Genre, und die Entwickler untermauern es mit zwei Ideen: einem Bietsystem und einer Reihe spezieller "Doktrin"-Einheiten. Die Anmeldung für einen Spieltest läuft bereits, Strategiefans können sich also selbst ein Bild machen, ob das Konzept aufgeht.
Die Grundidee ist schnell erklärt. Rundenbasierte Kriegsspiele können sich ziehen, und sie werden oft vorhersehbar, sobald alle die besten Eröffnungen kennen. Doctrineers setzt nach eigenen Angaben auf "schnelles Gameplay und strategische Vielfalt", und keine zwei Partien sollen gleich verlaufen.
Eine Kampagne voller Abwechslung
Der Einzelspielerteil fällt größer aus, als ich es von einem Aufruf zur Beta-Anmeldung erwartet hätte. Die Kampagne umfasst mehr als 30 Missionen, und jede davon dreht sich um ein eigenes taktisches Problem.
Einige der Beispiele klingen richtig gut. Es gibt amphibische Angriffe, bei denen ihr Truppen vom Meer an Land bringen müsst. Dazu kommen verzweifelte Ausbruchsversuche, bei denen es darum geht, aus einer Einkesselung zu entkommen, statt einfach den Gegner auszulöschen. Allein diese beiden zeigen, dass die Kampagne das "Alles auf der Karte zerstören"-Schema vermeiden will, auf das viele Strategiespiele zurückgreifen.
Wer die Kampagne durch hat und sich noch mehr quälen will, bekommt einen schweren Modus. Der schraubt auch nicht einfach nur die Zahl der Gegner hoch. Laut den Entwicklern bringt er in jedem Level neue Wendungen mit, sodass Veteranen eine andere Fassung jeder Mission spielen statt derselben mit härteren Werten.
Mehrspieler, Ranglisten und eigene Karten
Online wird Doctrineers ehrgeiziger. Ihr könnt live gegen andere Menschen antreten oder asynchron spielen. Bei der zweiten Variante macht jeder seinen Zug, wann er gerade Zeit hat, statt dass sich beide für eine lange Sitzung zusammensetzen. Für alle, die Job, Familie oder einfach eine kurze Aufmerksamkeitsspanne unter einen Hut bringen müssen, ist das eine willkommene Option.
Außerdem gibt es eine Rangliste für alle, die wissen wollen, wo sie stehen. Und für die Bastler liefert das Spiel einen integrierten Karteneditor mit. Damit erstellte Karten lassen sich direkt in Mehrspielergefechten nutzen.
Ein Karteneditor ist wichtiger, als man vielleicht denkt. Strategiespiele stehen und fallen mit ihren Karten, und wenn Spieler eigene bauen können, bleibt eine Community meist noch lange aktiv, nachdem die offiziellen Inhalte ausgelutscht sind.
Der Clou mit dem Bieten
Das ist der Teil, der mich wirklich neugierig gemacht hat. Zu Beginn jeder Mehrspielerpartie bieten die Spieler gegeneinander um das exklusive Recht, spezielle Doktrin-Einheiten einzusetzen.
Jede Einheit bekommt nur eine Seite. Noch bevor also ein einziger Schuss fällt, trefft ihr schon Entscheidungen darüber, welche Art von Krieg ihr führen wollt.
Die bisher genannten Einheiten geben einen guten Eindruck von der Bandbreite:
- Kommandos, die sich unbemerkt anschleichen
- Panzerwagen, die flink unterwegs sind
- Luftschiffe, die als verheerend beschrieben werden
Eine clevere Idee. Statt dass beide Spieler mit identischen Armeen starten, zwingt euch die Bietphase zu entscheiden, was euch den Preis wert ist. Schnappt ihr euch die Luftschiffe und nehmt dafür an anderer Stelle eine schwächere Position in Kauf? Oder lasst ihr euren Gegner zu viel bezahlen und bestraft ihn dafür? Laut den Entwicklern sorgt genau dieses System dafür, dass jede Konfrontation frisch bleibt, und auf dem Papier ist gut nachvollziehbar, warum.
Fans der klassischen Kriegsspiele im Handheld-Stil dürften sich hier schnell zu Hause fühlen, ähnlich wie bei Tyrant Tactics und seinem Ansatz im Stil von Advance Wars. Die Bietebene könnte Doctrineers aber von der Masse abheben.
So nehmt ihr am Spieltest teil
Die Anmeldung ist unkompliziert. Geht auf die Anmeldeseite des Spiels und klickt auf "Request Access". Die Entwickler beschreiben die Gefechte im Spieltest als "eine Frage von Doktrin oder Tod", was man ehrlicherweise als ziemlich gelungenen Slogan durchgehen lassen kann.
Einen Termin für den Spieltest, Plattformen oder einen Veröffentlichungszeitraum nennt die Ankündigung nicht, haltet also die Augen nach weiteren Details offen.
Unsere Einschätzung
Doctrineers wirkt wie ein Strategiespiel, das die Schwachstellen des Genres kennt. Langsame Partien und immer gleiche Eröffnungen sind echte Probleme bei rundenbasierten Kriegsspielen. Tempo und eine Bietphase sind ein kluger Weg, beides anzugehen.
Das Bietsystem ist das spannendste Element. Es sorgt schon vor Beginn der Partie für ein kleines bisschen Psychospiel und gibt jeder Schlacht eine andere Gestalt, je nachdem, wer sich was geschnappt hat. Die große Frage ist, ob das Ganze ausgewogen bleibt. Stellt sich eine Doktrin-Einheit als klar besser heraus als die anderen, könnte das Bieten schnell vorhersehbar werden. Genau so etwas sollte ein Spieltest ans Licht bringen.
Bemerkenswert ist auch, wie viel hier drinsteckt: eine Kampagne mit über 30 Missionen, ein schwerer Modus mit veränderten Levels, Live- und asynchroner Mehrspielermodus, Ranglistenpartien und ein Karteneditor. Das ist eine Menge für ein kleineres Strategieprojekt. Es passt zu einem größeren Trend, den wir immer wieder beobachten: Indie-Teams öffnen Beta-Anmeldungen frühzeitig, um vor dem Start Rückmeldungen von Spielern einzuholen.
Worauf man als Nächstes achten sollte? Wie sich das Bieten in echten Partien anfühlt, ob das asynchrone Spiel die Sache flott hält und wie aktiv die Kartenbau-Community wird. Wenn ihr gern drei Züge vorausdenkt, lohnt es sich wohl, hier Zugang anzufragen.
