Bubble Ghost schwebt auf den Amstrad CPC 6128

Manche Spiele sind auf dem Papier simpel und in der Praxis eine echte Nervenprobe. Bubble Ghost gehört dazu. Das Game-Boy-Knobelspiel von 1990 hat jetzt ein neues Zuhause auf dem Amstrad CPC 6128, dank einer Fan-Umsetzung von Entwickler Kirby2000.

Passend zur Gruselsaison ist die Veröffentlichung obendrein. Eine Spukfestung, ein freundlicher Geist und eine sehr zerbrechliche Seifenblase ergeben eine seltsame, aber charmante Mischung, und genau diese Mischung lässt sich nun auf dem 8-Bit-Heimcomputer spielen.

Vorsichtig pusten, kleiner Geist

An der Grundidee hat sich nichts geändert. Ihr spielt einen hilfsbereiten Geist, dessen Aufgabe es ist, eine Seifenblase durch die Kammern einer Spukfestung zu lotsen. Davon gibt es 35, und keine einzige davon ist freundlich.

Der Haken: Der Geist darf die Blase gar nicht berühren. Bei jedem Kontakt ist Schluss. Stattdessen müsst ihr sie vorwärts pusten und sie mit vorsichtigen Luftstößen voranschubsen. Das klingt einfach, bis ihr versucht, die Blase an etwas Spitzem vorbeizumanövrieren.

Und Spitzes gibt es reichlich. Stacheln säumen die Räume, Ventilatoren schieben Dinge auf eine Weise herum, die man nicht immer will, und rivalisierende Gespenster stehen im Weg. Außerdem müssen unterwegs Kerzen ausgeblasen werden, was jedem Bildschirm eine weitere Ebene der Planung hinzufügt.

Obendrein läuft in jedem Level ein Bonus-Timer ab. Ihr müsst also die ganze Zeit Geduld und Tempo gegeneinander abwägen. Diese Spannung war schon immer das Herzstück von Bubble Ghost, und es ist schön zu sehen, dass sie unversehrt übernommen wurde.

Eine originalgetreue Nachbildung

Kirby2000 hat die Vorlage sichtlich ernst genommen. Die Umsetzung enthält alle 35 Originalstufen, und jeder Rätselmechanismus aus der Game-Boy-Version soll ebenfalls vorhanden sein. Auch die komplette Abspannsequenz ist dabei, wer es also durch die Festung schafft, bekommt den verdienten Lohn.

Die Optik besinnt sich auf die Handheld-Wurzeln des Spiels, statt sie neu erfinden zu wollen. Die Grafik ist dem Game-Boy-Original nachempfunden und sitzt in einem eigens gestalteten Themenrahmen rund um das Spielfeld. Ein netter Einfall, durch den das Ganze wie eine bewusste Hommage wirkt und nicht wie eine grobe Portierung.

Noch bevor es losgeht, gibt es einen Ladebildschirm, der auf dem Coverbild der ursprünglichen Verkaufsverpackung basiert. Solche kleinen Details sind Retro-Fans wichtig, und ich vermute, dass viele CPC-Besitzer schmunzeln werden, wenn er auftaucht.

Chipmusik und cleveres Laden

Dem Sound wird die gleiche Sorgfalt zuteil. Der klassische Soundtrack und die Retro-Soundeffekte wurden mit dem internen AY-Soundchip des Amstrad nachgebaut. Das ist die eingebaute Audio-Hardware des Rechners, man braucht also keine zusätzliche Ausrüstung, um die Musik zu hören.

Auch beim Laden ist man flexibel. Das Spiel läuft von einem originalen 3-Zoll-Diskettenlaufwerk, also den ungewöhnlich großen Disketten, für die der CPC 6128 bekannt war. Es startet aber auch von einem Gotek-Laufwerk oder einem M4-SD-Kartenadapter, zwei modernen Lösungen, auf die viele CPC-Nutzer heute setzen.

Egal, welche Methode ihr nutzt, das Spiel wird zu Beginn vollständig in den Speicher geladen. Danach greift es während des Spielens nie wieder auf die Diskette zu. Für alle, die echte Hardware mit alternden Laufwerken betreiben, ist das eine willkommene Designentscheidung.

Ein Hinweis zu KI

Die Veröffentlichung trägt einen KI-Hinweis, laut dem beim Code KI-Unterstützung zum Einsatz kam. Das sollte man für Leser erwähnen, denen wichtig ist, wie solche Projekte entstehen. Es ist auch nicht das erste Mal, dass das Thema in der CPC-Szene aufkommt. Die KI-programmierte Outrun-Portierung ist erst vor wenigen Tagen auf derselben Plattform gelandet.

Unsere Einschätzung

Bubble Ghost ist eine kleine Veröffentlichung, passt aber in ein Muster, das uns immer wieder begegnet. Fans holen sich Spiele von anderen Plattformen und bauen sie für Rechner nach, die sie nie bekommen haben. Erst letzte Woche ist HALs MSX-Flipperspiel von 1984 auf dem Amstrad erschienen, und der Commodore 64 hat gerade ein DOOM64-Demake bekommen. Gerade die CPC-Szene scheint einen sehr geschäftigen Herbst zu erleben.

Was hier heraussticht, ist der Fokus auf Vollständigkeit. Alle 35 Stufen, das komplette Ende und die Unterstützung sowohl alter als auch neuer Speicherhardware deuten auf ein Projekt hin, das sich an echte Spieler richtet und nicht bloß ein schnelles Experiment ist.

Der KI-Hinweis ist der andere Faden, den man weiterverfolgen sollte. Zwei KI-gestützte CPC-Veröffentlichungen in einer Woche lassen vermuten, dass diese Werkzeuge ihren Platz in der Homebrew-Szene finden. Es lohnt sich zu beobachten, wie die Community darauf reagiert und ob mehr Entwickler beginnen, ihre Projekte so offen zu kennzeichnen.