PIG IRON: Kickstarter-Demo mit Schwein im rostigen Mech

PIG IRON: Kickstarter-Demo mit Schwein im rostigen Mech

Manche Spielideen brauchen einen ganzen Absatz Erklärung. PIG IRON braucht ungefähr vier Wörter: ein Schwein im Mech. Das allein hatte schon meine Aufmerksamkeit, und die Details werden von da an nur noch seltsamer.

PIG IRON ist ein Mech-Kampf-FPS (Ego-Shooter) mit dreckigem, schmuddeligem Look und einer Prämisse, die halb Horror, halb schwarzer Humor ist. Das Spiel ist derzeit auf Kickstarter zu finden, der Crowdfunding-Plattform, auf der Entwickler Spieler darum bitten, ein Projekt zu unterstützen, bevor es fertig ist. Um für die Sache zu werben, gibt es eine kostenlose Demo für Windows-PCs.

Schwein gegen Fleisch

Der Pilot ist ein biotechnisch erzeugtes Schwein, festgeschnallt in einer gewaltigen Kriegsmaschine. Seine Mission ist düster. Eine Ladung anderer biotechnisch erzeugter Kreaturen, die das Spiel Bioengineered Meat Organisms nennt, ist aus der Eindämmung entkommen. Die Aufgabe des Schweins: sie auslöschen.

Ja, richtig gelesen: Man ist ein im Labor gezüchtetes Tier, das andere im Labor gezüchtete Tiere jagt. Ich weiß nicht, was es über mich aussagt, dass ich das gleichzeitig lustig und ein bisschen traurig finde, aber so ist es nun mal.

Der Mech selbst klingt eher nach einem wandelnden Schrottplatz als nach einem eleganten Roboter. Er wird als riesige Wand aus verrostetem Stahl und losen Organen beschrieben. Jeder Schritt soll die Welt um einen herum erschüttern, und jede Bewegung wird von mechanischem Surren und Klappern begleitet. Wer sich schon immer einen Mech gewünscht hat, der sich schwer anfühlt statt schwammig, dürfte hier genau richtig sein.

Drei Waffen und sechs Tonnen

Die Kämpfe drehen sich um Schwärme grauenhafter Gegner, die auf einen zustürmen. Um mit ihnen fertigzuwerden, stehen drei Waffen zur Verfügung, und jede soll echte spielmechanische Tiefe bieten statt nur eines anderen Schadenswerts. Die Verben in der Beschreibung sind herrlich schmutzig: Man zerlegt, zerreißt und atomisiert die Fleischorganismen.

Wenn die Waffen nicht reichen, gibt es eine einfachere Lösung. Der Mech wiegt sechs Tonnen, und man kann diesen gepanzerten Körper einfach durch alles hindurchrammen, was einem im Weg steht. Manchmal ist die sauberste Lösung eben die plumpeste.

PIG IRON setzt außerdem auf Elemente einer Mech-Simulation. Die Idee dahinter: Diese Systeme sollen jedem Gefecht Gewicht verleihen, sodass sich jede Begegnung mit den monströsen Gegnern körperlich und bedacht anfühlt. Das ist ein anderer Ansatz als bei Shootern, in denen man mit Höchstgeschwindigkeit herumflitzt. Hier scheinen Größe und Masse der Maschine der eigentliche Kern zu sein.

Was die Demo bietet

Die Kickstarter-Demo ist kurz. Laut Alpha Beta Gamer, die auf das Projekt aufmerksam gemacht haben, bietet sie ein kurzes, aber intensives Erlebnis. Gelobt wurden dort auch der schmuddelige Grafikstil und der Soundtrack, der als "ein Brett" bezeichnet wurde.

Diese Kombination funktioniert bei einer Demo meist gut. Man bekommt einen schnellen Eindruck von der Stimmung und dem grundlegenden Spielablauf, ohne viel Zeit investieren zu müssen. Wenn einem die schwere, klobige Fortbewegung in den ersten Minuten zusagt, weiß man vermutlich sofort, ob das hier das eigene Spiel ist.

Die Demo gibt es nur für Windows. Daneben haben die Entwickler ein Video mit Spielszenen veröffentlicht, für alle, die den Mech in Aktion sehen wollen, bevor sie etwas herunterladen. Und natürlich ist die Kickstarter-Seite online für Spieler, die das Projekt direkt unterstützen möchten.

Ein Wort zum Tonfall

Es hat etwas Erfrischendes, wenn ein Spiel sich so konsequent einer absurden Idee verschreibt. Ein Schwein, das in den Kampf gegen entflohenes Fleisch geschickt wird, könnte leicht ein billiger Gag sein. Stattdessen verpackt PIG IRON das Ganze in Rost, Organe und knirschende Maschinerie und scheint seine Kämpfe ernst zu nehmen.

Diese Mischung aus absurder Ausgangslage und düsterer Präsentation ist ein bekannter Indie-Kniff, aber er funktioniert, wenn das Spiel darunter überzeugt. Der Beschreibung nach setzen die Entwickler darauf, dass das Spielgefühl des Mechs alles andere trägt.

Unsere Einschätzung

PIG IRON landet in einem vollen Feld von Indie-Shootern, die um frühes Feedback bitten. Wir haben zuletzt über raue Projekte wie die offene Beta von Corrupted Veil und das taktische Project Confrontation berichtet, und viele davon setzen auf eine kostenlose Version, um Spieler zu überzeugen. Eine Demo mit einer Crowdfunding-Kampagne zu verbinden, ergibt hier Sinn. Eine so schräge Idee nimmt man viel eher ab, wenn man selbst einmal im Mech herumgestapft ist.

Was PIG IRON zumindest auf dem Papier abhebt, ist der Fokus auf Gewicht. Viele Mech-Spiele versprechen Wucht, aber nur wenige bauen sie in Simulationssysteme ein. Das deutet darauf hin, dass die Entwickler die Maschine ebenso als Last wie als Waffe spürbar machen wollen, was die Meinungen spalten könnte. Manche Spieler werden das langsame, knackige Tempo lieben. Andere finden es womöglich träge.

Es lohnt sich, im Auge zu behalten, wie sich die Kickstarter-Kampagne schlägt und ob die drei Waffen auch über eine längere Strecke als eine kurze Demo bestehen. Wenn das fertige Spiel den Dreck und den starken Soundtrack beibehält, könnte es eine treue Fangemeinde unter Spielern finden, die ihre Shooter laut, schwer und ein bisschen schräg mögen.