Corrupted Veil: Offene Beta für Koop-Grabenshooter

Corrupted Veil: Offene Beta für Koop-Grabenshooter

Corrupted Veil will euch in den Dreck ziehen. Und zwar wortwörtlich. Der Koop-Ego-Shooter kombiniert das Wellen-Überlebensprinzip von CoD: Zombies mit der schnellen, lauten Art klassischer Boomer-Shooter und sucht jetzt Spieler, die ihn in einer offenen Beta auf Herz und Nieren prüfen.

Die Idee ist schnell erklärt und, ehrlich gesagt, ziemlich düster. In den Schützengräben Westeuropas ist etwas faul. Irgendetwas hat die dort stationierten Soldaten befallen, und was auch immer es ist, freundlich ist es nicht. Dazu noch ein paar finstere deutsche Experimente, und fertig ist ein Szenario, das wirkt wie eine Geschichtsstunde, die gründlich aus dem Ruder gelaufen ist.

Ärger im Schützengraben

Im Kern geht es bei Corrupted Veil darum, Wellen zu überstehen. Ihr könnt allein losziehen oder Freunde mitbringen und euch durch zerstörte Bunker und überflutete Gräben kämpfen, während die Gegner unaufhörlich anrücken.

Diese Gegner sind Soldaten, oder waren es zumindest einmal. Eine unbekannte Substanz hat sie in etwas anderes verwandelt und jede Spur der Menschen ausgelöscht, die sie einst waren. Übrig bleibt eine unerbittliche Masse, die einfach immer weiter vorwärtsdrängt. Eine clevere Abwandlung der üblichen Zombie-Formel: Statt torkelnder Leichen bekommt ihr es mit rasenden Männern in Uniform zu tun, die den Verstand verloren haben.

Wer schon Zeit im Zombies-Modus verbracht hat, dürfte den Rhythmus wiedererkennen. Die Stellung halten, die Horde ausdünnen, sich auf den nächsten Ansturm vorbereiten. Der Unterschied liegt im Schauplatz, der verlassene Gebäude gegen verrottende militärische Befestigungen tauscht. Fans von Koop-Horror mit Freunden könnten an dieser Mischung durchaus Gefallen finden.

Zwei Knarren sind besser als eine

Zurückhaltung verlangt Corrupted Veil nicht von euch. Ihr führt schwere Waffen beidhändig, was schon viel über die Art von Spiel verrät. Kein vorsichtiges Scharfschießen aus sicherer Entfernung. Nur zwei große Wummen und jede Menge wütender Soldaten.

Außerdem ist die Front übersät mit Dingen, die andere zurückgelassen haben. Fortschrittliche Technik und hochmoderne Waffen lassen sich während eines Durchgangs kaufen und verbessern eure Chancen, durchzukommen. Obendrein könnt ihr euren Söldner mit Fähigkeits-Boostern weiter aufrüsten, erklärtes Ziel ist es, euch nahezu unaufhaltsam zu machen.

Genau dieser Aufrüstungskreislauf ist ein großer Teil dessen, was Modi im Stil von Zombies so fesselnd macht. Jeder Kauf ist eine kleine Wette darauf, noch ein bisschen länger zu überleben. Das ist der Moment, in dem es in einem Durchgang nicht mehr ums Überleben geht, sondern darum, gierig zu werden.

Retro-Optik, modernes Chaos

Die Entwickler setzen voll auf die Boomer-Shooter-Seite. Die Kämpfe werden als brachial beschrieben, die Bewegung als rasant und die Optik als durchtränkt von Retro-Authentizität. Das Versprechen: Jedes Feuergefecht soll sich gleichzeitig befriedigend und chaotisch anfühlen.

Das ist ein schwieriger Balanceakt. Chaos kippt leicht in Unübersichtlichkeit, vor allem wenn Freunde im selben Getümmel mitmischen. Befriedigende Kämpfe brauchen Wucht und Rückmeldung. Ob beides gelingt, genau das sollte ein Spieltest zeigen.

So macht ihr mit

Die offene Beta steht ab sofort als Playtest bereit. Um reinzukommen, müsst ihr auf die Seite des Spiels gehen und auf "Zugriff anfordern" klicken. Das war's. Keine Hürden, kein spezielles Anmeldeformular. Wer schon bei etwas wie der offenen Beta von Stunt Paradise 2 dabei war, dürfte den Ablauf kennen.

Unsere Einschätzung

Corrupted Veil tritt in einem dicht besetzten Feld an. Boomer-Shooter erleben in der Indie-Szene schon lange einen Höhenflug, und Survival-Spiele mit Horror-Einschlag gibt es gerade überall, von lockeren Koop-Abenteuern bis zu schwererer Kost wie der Beta-Demo von Deadpact. Was dieses Spiel abhebt, zumindest auf dem Papier, ist der Schauplatz im Schützengraben. Standard-Zombies durch chemisch verseuchte Soldaten zu ersetzen, verleiht der bekannten Wellen-Formel eine eigene Note.

Für unsere Leser ist die offene Beta eine risikoarme Möglichkeit, herauszufinden, ob die Idee trägt. Es lohnt sich zu beobachten, ob das beidhändige Schießen und die Aufrüstungssysteme echte Tiefe bringen oder ob sich nach ein paar Wellen Wiederholung einstellt. Auch der Koop-Teil verdient Aufmerksamkeit, da das Spiel verspricht, sich allein oder mit Freunden spielen zu lassen. Wenn das Chaos übersichtlich bleibt und sich die Waffen gut anfühlen, könnte das ein Titel sein, den man im Auge behalten sollte.