Garden of Love Beta: Pflanzen-Romanze als Visual Novel
Garden of Love ist eine romantische Visual Novel, die das übliche Klischee aus Blumen und Pralinen gegen etwas etwas Wörtlicheres eintauscht. Jede Person, in die man sich verlieben kann, ist eine Pflanze. Nicht auf eine seltsame Art mit Zimmerpflanzen, die ein Bewusstsein haben, sondern als Symbol dafür, wer sie sind und welche Art von Beziehung zwischen ihnen und der Hauptfigur wachsen könnte.
Für die Beta kann man sich ab sofort anmelden, und wer neugierig ist, kann schon vor dem Start Zugang beantragen.
Neuanfang, eine Busfahrt nach der anderen
Die Heldin heißt Blossom, eine junge Frau, die noch an einem gebrochenen Herzen knabbert. Diese Ausgangslage ist angenehm bodenständig. Es gibt keine Zauberakademie und keinen Königshof. Stattdessen begleitet das Spiel sie durch ganz normale Abläufe: Schichten auf der Arbeit, Kurse an der Uni und die tägliche Fahrt mit dem Bus.
Genau an diesen alltäglichen Orten spielt sich die Geschichte ab. Unterwegs begegnet Blossom fünf verschiedenen Figuren, und jede ist mit einer bestimmten Pflanze verbunden, die ihre Persönlichkeit widerspiegelt. Ein hübscher erzählerischer Rahmen. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber „zarter Farn“ und „widerstandsfähige Rose“ zeichnen schon ziemlich unterschiedliche Bilder davon, mit wem man da ausgehen würde.
Auch die Idee, Leute im Bus kennenzulernen, hat einen merkwürdigen Charme. Es ist genau die Art von kleiner, banaler Kulisse, die Visual Novels manchmal zugunsten prachtvollerer Schauplätze überspringen.
Lass deine Beziehungen wachsen
Neben der Geschichte setzt Garden of Love auf Mechaniken aus Dating-Simulationen. Eure Entscheidungen fließen in ein Zuneigungssystem ein, das bestimmt, wie sich Blossoms Bindungen zu den einzelnen Figuren entwickeln.
Jeder der fünf Handlungsstränge führt zu einem eigenen Ende. Wer also gerne jeden Ausgang sehen will, hat einen klaren Grund, noch einmal zurückzugehen und einen anderen Weg auszuprobieren. Auch hier zieht sich das Pflanzenthema durch: Jedes Ende steht für die Art von Verbindung, die Blossom am Ende aufbaut.
Eine einfache Struktur, aber eine, die Fans des Genres vertraut sein dürfte. Wählt eure Worte, pflegt eure Beziehungen und schaut, was erblüht.
Kreide und Aquarell
Die künstlerische Gestaltung könnte der auffälligste Teil sein. Garden of Love wechselt zwischen zwei Stilen: Kreidezeichnungen und Aquarellbildern. Laut Beschreibung soll diese Mischung Blossoms Innenleben lebendig werden lassen.
Eine interessante Wahl für eine Geschichte über Heilung. Kreide wirkt rau und vergänglich. Aquarell wirkt weich und fließend. Zu sehen, wie und wann das Spiel zwischen beiden wechselt, dürfte eines der aufschlussreicheren Dinge sein, auf die Beta-Spielerinnen und -Spieler achten können.
So kommt ihr in die Beta
Die Anmeldung läuft ab sofort. Geht auf die Seite des Spiels und klickt auf „Request Access“, um euch einzutragen. Wenn ihr gerne andere frühe Beta-Anmeldungen hier im Blog verfolgt habt, bietet diese hier eine deutlich sanftere Stimmung als Spukdachböden.
Unsere Einschätzung
Garden of Love passt gut in eine größere Welle sanfter Indie-Spiele ohne großen Druck, bei denen Stimmung und persönliche Geschichten im Vordergrund stehen. Ähnlich wie der handgemachte Look von Cotton Citys gehäkeltem Aufbauspiel deutet der Kreide-und-Aquarell-Stil auf ein Team hin, das will, dass sich seine Optik greifbar und persönlich anfühlt statt hochglanzpoliert.
Die Pflanzensymbolik ist ein cleverer Aufhänger. Sie gibt Spielern sofort eine Art Kurzbeschreibung für jede Figur, was helfen könnte, dass sich eine Romanze mit fünf Handlungssträngen von Anfang an abwechslungsreich anfühlt. Die eigentliche Frage ist, ob das Schreiben tiefer geht als die Metapher. Eine Figur nach dem Vorbild eines Farns ist eine witzige Idee, funktioniert aber nur, wenn sich diese Persönlichkeit auch tatsächlich in den Dialogen und Entscheidungen zeigt.
Es lohnt sich auch, im Blick zu behalten, wie mit dem Liebeskummer umgegangen wird. Eine Geschichte übers Weitermachen kann leise berühren oder etwas dünn wirken, je nachdem, wie sie umgesetzt ist. Für alle, die gemütliche Spiele mit emotionalem Kern mögen, sieht diese Beta nach einer risikoarmen Möglichkeit aus, das früh herauszufinden.
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