Lost in the Roots: Beta-Anmeldung zur Flucht vom Dachboden
Irgendwo aufzuwachen, wo man sich nicht auskennt, ist nicht ohne Grund ein klassischer Horror-Einstieg. Es funktioniert einfach. Lost in the Roots setzt voll auf dieses Gefühl, und jetzt kannst du dich anmelden, um das Spiel zu testen, bevor die meisten anderen es in die Finger bekommen.
Das Spiel ist ein 2D-Abenteuer mit Elementen eines Psychothrillers. Du schlüpfst in die Rolle eines jungen Mädchens, das auf dem Dachboden eines Fremden zu sich kommt. Sie weiß nicht, wie sie dort gelandet ist, und einen offensichtlichen Ausweg gibt es nicht. Das ist die ganze Ausgangslage, und ehrlich gesagt reicht mir das schon, damit es mir unter die Haut geht.
Wessen Dachboden ist das?
Das Haus gehört jemandem, und dieser Jemand ist Yakob. Ein Mann, der von Schuldgefühlen zerfressen ist, wegen etwas in seiner Vergangenheit, das ihn womöglich für immer zum Ausgestoßenen gemacht hat. Seine Geschichte wird dir nicht auf dem Silbertablett serviert. Du gräbst sie selbst aus, Stück für Stück, während du dich durch das Haus bewegst.
Dieses Graben passiert auf verschiedene Arten. Es gibt unheimliche Räume zu erkunden, knifflige Rätsel zu knacken und stimmungsvolle Minispiele, die unterwegs verstreut sind. Klingt nach einem Spiel, in dem man jede Schublade und jedes Regal durchstöbert, halb in der Hoffnung auf einen Hinweis und halb in Angst vor dem, was man finden könnte.
Mir gefällt, dass die Geschichte sich um die Schuld eines anderen dreht und nicht um die Vorgeschichte der Spielfigur. Das Mädchen ist verloren, klar. Aber das eigentliche Rätsel scheint in Yakobs Kopf zu stecken.
Der Wald beobachtet dich
Und dann ist da noch der Wald. Das Haus steht nicht in einer ruhigen Vorstadt. Es ist von einem riesigen, geheimnisvollen, lebendigen Wald umgeben, und dieses Wort „lebendig" hat es in sich.
Laut Beschreibung spiegelt dieser Wald die finstersten Erinnerungen aller wider, die ihm zu nahe kommen. Er ist also nicht bloß Kulisse. Er spiegelt jeden, der ihn betritt, und das legt über jede Entdeckung im Haus eine zusätzliche Schicht Grauen. Du findest nicht nur heraus, was in Yakobs Vergangenheit passiert ist. Du tust das, während da draußen vor den Mauern etwas lauert, das offenbar genau weiß, was Menschen am liebsten vergessen würden.
Ein Wald, der auf deine schlimmsten Erinnerungen reagiert, ist ein starker Aufhänger für Psychohorror. Ob dahinter eine Spielmechanik steckt oder er vor allem ein erzählerisches Mittel ist, ist noch unklar. So oder so: Genau dieses Detail ist mir am meisten im Kopf geblieben.
Mehr als nur einen Schlüssel finden
Escape Rooms und Point-and-Click-Abenteuer laufen oft auf „Schlüssel finden, Tür öffnen" hinaus. Lost in the Roots verspricht etwas Schwereres. Der Weg nach draußen wird als Prüfung von Verstand, Willenskraft und emotionaler Abrechnung angekündigt.
Der letzte Teil ist der spannende. Er deutet darauf hin, dass die Rätsel nicht nur Schlösser sind, die man knacken muss. Sie könnten damit verknüpft sein, sich dem zu stellen, was in diesem Haus passiert ist, und Yakob selbst. Wenn das Spiel das hinbekommt, könnte sich die Flucht nach mehr anfühlen als nach einem rein spielmechanischen Erfolg.
So kommst du rein
Die Anmeldung für die Beta ist ab sofort offen. Um mitzumachen, gehst du auf die Beta-Anmeldeseite von Lost in the Roots und klickst auf „Request Access". Das war's. Weitere Hürden gibt es nicht, zumindest was die Anmeldung angeht.
Das ist ein ähnlicher Weg wie kürzlich bei der Beta von Blackhill Keep: Heir of the Night, bei der sich Interessierte früh eintragen und ein Spiel mitgestalten konnten, das noch in Arbeit ist.
Unsere Einschätzung
Lost in the Roots ist ein weiteres Zeichen dafür, dass kleine Horrorprojekte die Spieler gern schon vor dem Release reinlassen. Zusammen mit dem Waschbär-Chaos der Beta-Demo von Greedy sieht es so aus, als wären frühe Testphasen inzwischen ein ganz normaler Teil davon, wie Indie-Horror sein Publikum findet.
Was hier auffällt, ist der Schwerpunkt. In der Beschreibung jagen dich keine Monster, es geht nur um Erinnerung, Schuld und einen Wald, der zu viel weiß. Das deutet auf eine langsamere, nachdenklichere Art von Grusel hin, die gut zu Spielern passen könnte, denen Spannung lieber ist als Schreckmomente.
Vieles ist allerdings noch offen. Es gibt weder einen Veröffentlichungstermin noch Angaben zu den Plattformen. Man sollte im Auge behalten, ob der lebendige Wald zu echtem Gameplay wird und ob sich die „emotionale Abrechnung" verdient anfühlt und nicht nur wie eine hübsche Floskel. Die Beta dürfte für beides ein guter erster Test sein.
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