Vacuum Pilot 2 in offener Beta: Speedrun nur mit der Maus
Vacuum Pilot 2 öffnet seine Türen für alle, die mitspielen wollen. Das 2D-Speedrun-Spiel ist ab sofort in der offenen Beta, und bei der Steuerung bleibt es angenehm schlicht: Alles läuft über die Maus. Keine Tastatur, kein Controller, nur ein Cursor und eine Uhr, die unaufhörlich weitertickt.
Das Versprechen: schnelle Zeiten gegen Spieler aus aller Welt. Die Beta bringt außerdem einen Level-Editor, Ranglistenspiele und Server mit, auf denen bis zu sechzehn Fahrer gleichzeitig antreten.
Zielen, halten, los
Die Grundidee passt in einen Satz. Du hältst die linke Maustaste gedrückt, und dein kleiner Staubsaugerpilot rast dorthin, wo sich dein Cursor gerade befindet. Lässt du los, gibt es keinen Vortrieb mehr. Das ist die gesamte Steuerung.
Natürlich sind „einfach“ und „leicht“ nicht dasselbe. Das eigentliche Können steckt in den Kurven. Vacuum Pilot 2 will, dass du geschmeidig um Biegungen driftest, statt zu bremsen und einzulenken, und ein sauberer Drift lädt deinen Boost auf. Das Spiel belohnt also alle, die ihren Schwung am Laufen halten, und bestraft jeden, der jede Kurve wie ein Stoppschild behandelt.
Dieser Kreislauf aus Drift und Boost scheint das Herzstück des Spiels zu sein. Ein guter Lauf dürfte eher an Linienwahl und Timing hängen als an reinem Tempo. Es ist genau die Art Spieldesign, die auf dem Papier banal klingt und dir dann drei Stunden deines Abends raubt, weil du weißt, dass du noch einen Sekundenbruchteil herausholen kannst.
Rennen mit (und gegen) alle
Zeitrennen allein sind nur ein Teil des Pakets. Du kannst öffentlichen oder privaten Servern beitreten und gegen bis zu fünfzehn andere Spieler antreten. Damit ist Vacuum Pilot 2 ein ganz anderes Kaliber als ein ruhiger Solo-Speedrun. Auf privaten Servern können Freunde eigene Runden aufsetzen, öffentliche Server werfen dich mitten ins große Getümmel.
Wer es ernster angehen will, findet eine Ranglisten-Warteschlange. Du steigst durch verschiedene Divisionen auf, und ganz oben wartet die Master League. Das ist die übliche Wettkampfleiter, hier aber aufgesetzt auf ein Spiel, das komplett auf präzise Mausbewegungen ausgelegt ist. Ich vermute, dass viele Spieler sehr schnell herausfinden werden, wo sie genau stehen.
Eigene Strecken bauen
Die dritte Säule sind Inhalte aus der Community. In Vacuum Pilot 2 kannst du eigene Level entwerfen und hochladen. Laut den Entwicklern bekommst du dieselben Werkzeuge, die sie selbst verwenden. Es handelt sich also nicht um einen abgespeckten Editor, der nachträglich drangeklatscht wurde.
Sobald dein Level online ist, können Spieler rund um den Globus darauf fahren und um die Bestzeiten kämpfen. Ein schöner Anreiz für alle, die genauso gern etwas bauen wie spielen. Es hat etwas Befriedigendes, eine fiese kleine Kurve zu basteln und dann zuzusehen, wie Fremde versuchen, sich hindurchzudriften.
So bist du dabei
Der Einstieg ist unkompliziert. Die Beta ist offen, und du meldest dich über die Zugangsseite des Spiels an, indem du auf „Request Access“ klickst. Die Entwickler verpacken das in ein Wortspiel und laden Spieler ein, mitzumachen und „die Konkurrenz aufzusaugen“. Na gut. Es ist eben ein Staubsaugerspiel.
Unsere Einschätzung
Die offene Beta von Vacuum Pilot 2 deutet auf ein kleines Spiel mit großen Ambitionen in Sachen Community hin. Eine Maussteuerung mit nur einer Taste senkt die Einstiegshürde. Ranglisten-Divisionen und die geteilten Entwicklerwerkzeuge geben engagierten Spielern viel Raum, sich richtig reinzuknien. Diese Mischung aus zugänglicher Steuerung und hoher Könnensdecke hat bei bewegungsorientierten Indies schon öfter gut funktioniert, und sie erinnert an andere Bewegungsexperimente, über die wir berichtet haben, etwa die schwerkraftverbiegende Beta-Demo von Fallgrade.
Auch das Format der offenen Beta spielt hier eine Rolle. Mehrspielermodus und Community-Level erwachen erst zum Leben, wenn genug Leute auftauchen, ähnlich wie bei anderen gruppenorientierten Tests wie der Beta-Demo von Greedy. Es lohnt sich zu beobachten, ob der Level-Editor für einen stetigen Nachschub an selbst gebauten Strecken sorgt und ob die Ranglisten-Warteschlange genug Spieler hat, um sich nach echtem Wettkampf anzufühlen. Wenn beides klappt, könnte daraus eine feine kleine Speedrun-Szene werden.
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