7 Indie-Spiele im September 2026, die ihr wohl verpasst habt
Der September ist schnell vergangen. Jill Grodt von The Indie Informer gibt zu, dass sie den Monatsanfang kaum mitbekommen hat. Das schiebt sie zum Teil auf die Flut an Indie-Veröffentlichungen der letzten Wochen, darunter Well Dweller, das die Seite zu den besten Spielen des Jahres 2026 zählt. Die Gruselsaison steht kurz bevor, also hat das Magazin sieben kleinere Titel zusammengestellt, die euch womöglich durchgerutscht sind. Hier die Kurzfassung.
Dämonen und Zauberbücher
Order Automatica ist der düsterste Titel auf der Liste. Es handelt sich um ein taktisches Roguelite auf einem winzigen 3x3-Ritualraster. Ihr konzentriert euch auf Positionierung und Synergien, danach laufen die Kämpfe automatisch ab. Die Beschreibung nennt es Schach mit Dämonen. Ein starker Aufhänger, der mit sehr wenigen Worten eine Menge verrät.
Songs of Glimmerwick schlägt eine ganz andere Richtung ein. Dieses storylastige Rollenspiel schickt euch an eine Hexenakademie in einer musikalischen Waldfantasywelt, in der ihr einen Zauber wirkt, indem ihr ein Lied spielt. Ihr besucht den Unterricht, kümmert euch um den Universitätsgarten und freundet euch mit Mitschülern und Stadtbewohnern an. Außerdem könnt ihr die vielen Kuriositäten und Geheimnisse der Insel erkunden. Klingt nach einem Ort, an dem man sich gemütlich verlieren kann.
Gemütliche Ecken
Cat Me If You Can hält es einfach. Ihr erkundet handgemachte Schwarz-Weiß-Welten und sucht nach versteckten Katzen. Jede, die ihr fotografiert, bringt ihre Farben in die Welt zurück. Wenn gemütliche Kamera-Spiele wie Toem 2 euer Ding sind, verdient dieses hier einen Blick.
Dressmaker macht genau das, was der Name verspricht. Ihr wählt Stoffe aus, schneidet Schnittmuster zu und näht die Teile für die Stadtbewohner zusammen. Das Spiel ist von echter Schneiderei inspiriert, und ihr könnt eure Kundschaft entweder glücklich machen oder heimlich sabotieren. Einem gemütlichen Handwerksspiel mit einer frechen Ader kann man nur schwer widerstehen.
Gefühle, vertont
MONOWAVE ist ein Rätselabenteuer durch farbenfrohe Welten, die von vier Emotionen angetrieben werden. Ihr drückt eure Gefühle durch Gesang aus, fühlt euch in eure Geisterfreunde ein und löst Rätsel, um den Weg nach vorn zu finden. Ihr könnt allein oder mit einer Freundin oder einem Freund spielen, was es zu einem guten Kandidaten für einen entspannten Abend auf dem Sofa macht.
Zwei sehr unterschiedliche Metroidvanias
Little Ghost ist die entspannte Variante. Es ist ein ruhiges Metroidvania, das auf nichtlineare Erkundung und Rätsel-Plattforming setzt. Es gibt häufige Speicherpunkte, keine Währung und überhaupt keine Kämpfe. Unterwegs gewinnt ihr Freunde und Fähigkeiten dazu. Die Sammelobjekte sind zugleich Medien: Tarotkarten, schräge Podcasts und Songs von mehr als 20 Bands, alle versteckt in einer surrealen Papierbastelwelt. Schon dieses letzte Detail allein hebt es hervor.
Magical Blush zieht das Tempo deutlich an. Dieses Action-Adventure aus der Vogelperspektive verbindet schnelle Elementarkämpfe mit Metroidvania-typischer Erkundung der Welt von Wyn. Ihr verkettet Zauberkombos, nutzt elementare Schwächen aus, rettet Überlebende und stellt euch den mächtigen Elemental Lords. Wenn Little Ghost ein Spaziergang ist, ist das hier eher ein Sprint.
Unsere Einschätzung
Diese Liste zeigt, wie stark die Indie-Veröffentlichungen im September zu sanftem, stressfreiem Spielen tendierten. Cat Me If You Can, Dressmaker und Little Ghost stellen allesamt ruhige Erkundung oder Handwerk über die Herausforderung. Little Ghost geht noch weiter und verzichtet komplett auf Kämpfe und Währung. Das passt zu einem Muster, das wir auf diesem Blog immer wieder beobachten: Gemütliches Spieldesign prägt zunehmend Spiele weit über Farm- und Lebenssimulationen hinaus.
Musik ist ein weiterer roter Faden, der sich durch die Liste zieht. Songs of Glimmerwick macht aus Liedern Zauber, MONOWAVE nutzt sie, um Gefühle auszudrücken, und Little Ghost versteckt einen ganzen Soundtrack voller Bands in seiner Welt. Die beiden Metroidvanias zeigen außerdem, wie wandelbar das Genre nach wie vor ist, vom kampffreien Umherstreifen bis zur elementaren Keilerei. Andere Projekte, etwa dieses Pixelart-Fuchs-Metroidvania, das sich gerade in der offenen Beta befindet, weisen in dieselbe Richtung.
Wenn der Oktober eine Welle an Horror-Veröffentlichungen mit sich bringt, wird es spannend zu beobachten, ob sich ruhigere Spiele wie diese ihr Publikum bewahren können oder ob sie einmal mehr untergehen.
