Sexy Chicken Girl Kisses Rotten Rabbit Man: Beta-Anmeldung
Manche Spieletitel brauchen eine Weile, bis klar ist, worum es geht. Sexy Chicken Girl Kisses Rotten Rabbit Man gehört nicht dazu. Der Name ist ein Zungenbrecher, er ist seltsam, und das Spiel nimmt sich ganz offensichtlich nicht allzu ernst. Genau das macht einen großen Teil seines Reizes aus.
Es handelt sich um ein Point-and-Click-Rätselspiel, das sich selbst als Parodie bezeichnet. Derzeit werden Beta-Tester gesucht. Falls du schon immer mal mit einem geheimnisvollen Mädchen in einem Schlafzimmer festsitzen und nach und nach seine Geheimnisse lüften wolltest, ist das jetzt deine Chance.
Ein Raum, jede Menge Geheimnisse
Die Ausgangslage ist schnell erklärt. Du bist in einem einzigen Schlafzimmer gefangen. Mit dir im Raum ist ein geheimnisvolles Mädchen. Das Zimmer steckt voller Geheimnisse, und es liegt an dir, sie ans Licht zu bringen.
Spiele, die in nur einem Raum spielen, stehen und fallen meist damit, wie viel sie aus wenig Platz herausholen. Hier übernehmen die im Schlafzimmer verteilten Gegenstände die Hauptarbeit. Wer mit ihnen interagiert, stößt auf düstere Erinnerungen und verborgene Geschichten. Für etwas mit "Sexy Chicken Girl" im Titel ist das ein überraschend finsterer Unterton.
Genau diese Mischung hat mein Interesse geweckt. Auf dem Papier klingt das nach einem albernen Spaßspiel. Darunter scheint aber etwas Beunruhigenderes zu schlummern. Wer gern in Lost in the Roots einen engen, unheimlichen Raum durchstöbert hat, dem dürfte die beengte Prämisse hier bekannt vorkommen, auch wenn der Ton ein ganz anderer ist.
Rätsel, Minispiele und reichlich Chaos
Spielerisch gibt es mehrere Zutaten. Zum einen logische Rätsel, wie sie im Genre üblich sind. Dazu kommen Minispiele im Arcade-Stil, die als chaotisch beschrieben werden. Man spielt sie nicht einfach, man übersteht sie.
Der Ansatz gefällt mir. Klassische Point-and-Click-Spiele können zäh werden, wenn man zu lange an einem Rätsel hängt. Hektische Minispiele zwischendurch klingen nach einer guten Möglichkeit, das Tempo hochzuhalten, solange sie sich nicht abnutzen.
Der dritte Baustein ist die Interaktion mit Gegenständen. Wer im Zimmer herumklickt, erfährt mehr über die Geschichte und die Figuren. Das ist der Teil, der die Rätsel und das Chaos wieder mit der Handlung verknüpft.
Zehn mögliche Enden
Jetzt wird es spannend. Deine Entscheidungen prägen deine Beziehung zu dem Mädchen, und zwar nicht immer so, wie man es erwarten würde. Wo du am Ende landest, hängt von diesen Entscheidungen ab.
Insgesamt gibt es zehn unterschiedliche Enden, die alle von den Figuren getragen werden. Die Bandbreite ist groß. Manche sind herzerwärmend. Manche sind kokett. Manche sind schlicht bösartig. Diese Spannweite lässt vermuten, dass das Spiel dich gern ein anständiger Mensch sein lässt - oder eben ein richtig mieser.
Fans von entscheidungslastigen Liebesgeschichten wie dem Pflanzen-Abenteuer Garden of Love könnten hier auf ihre Kosten kommen. Nur sollte man nicht erwarten, dass jeder Weg mit Blumen endet.
Early Access, ein Ende nach dem anderen
Das Spiel befindet sich derzeit im Early Access. Momentan ist nur eines der zehn Enden verfügbar. Geplant ist, bis zur Vollversion jeden Monat neue Enden hinzuzufügen.
Das ist eine ungewöhnliche Veröffentlichungsstrategie. Die meisten Early-Access-Spiele wachsen durch neue Level, Funktionen oder Spielsysteme. Hier wächst die Geschichte selbst Stück für Stück, ein Abschluss nach dem anderen.
Auch die Rückmeldungen der Spieler spielen eine große Rolle. Laut Quelle beeinflusst das, was die Tester sagen, direkt die Entwicklung des fertigen Spiels. Dadurch fühlt sich das Ganze persönlicher an als eine durchschnittliche Beta. Du gehst nicht nur auf Fehlersuche, sondern hilfst mit zu entscheiden, wohin die Geschichte führt.
Wer mitmachen will, geht auf die Beta-Seite und klickt auf "Request Access".
Unsere Einschätzung
Sexy Chicken Girl Kisses Rotten Rabbit Man ist ein gutes Beispiel dafür, wie Indie-Entwickler Betas und Early Access weniger als fertiges Produkt mit Fehlern nutzen, sondern eher als fortlaufendes Gespräch. Wir haben zuletzt laufend über offene Betas und Demos berichtet, und viele davon setzen stark auf das Feedback der Spieler. Dieses Spiel geht noch einen Schritt weiter und verknüpft die Rückmeldungen mit den Enden der Geschichte.
Für Leser hat das Vor- und Nachteile. Wer jetzt einsteigt, erlebt, wie das Spiel Monat für Monat wächst, und kann womöglich mitbestimmen, was als Nächstes kommt. Andererseits ist ein Ende von zehn ein ziemlich dünnes Stück. Wer das Gesamtbild will, wartet vielleicht besser ab.
Den monatlichen Zeitplan sollte man im Auge behalten. Regelmäßige Updates sind ein großes Versprechen, und es wird spannend zu sehen, ob der Entwickler dieses Tempo halten und trotzdem auf das Feedback eingehen kann. Offen ist auch, ob der Ton aus einem Guss bleibt. Eine Parodie mit düsteren Erinnerungen und bösartigen Enden ist ein heikler Balanceakt. Geht er auf, könnte das eine der kurioseren Überraschungen im Genre werden. Wenn nicht, bleibt das Spiel zumindest wegen seines Titels im Gedächtnis.
