Vital Decisions Beta-Demo: Notaufnahme-Chaos zu acht

Vital Decisions Beta-Demo: Notaufnahme-Chaos zu acht

Manche Spiele wollen, dass ihr die Welt rettet. Vital Decisions will nur, dass ihr eine Schicht im Krankenhaus übersteht, ohne dass alles aus dem Ruder läuft. Das ist leichter gesagt als getan.

Vital Decisions ist ein kooperatives Management-Spiel rund um die Notaufnahme, das bis zu acht Spieler unterstützt. Aktuell gibt es eine Demo, außerdem ist die Anmeldung zur Beta geöffnet, falls ihr vor dem Release genauer hinschauen wollt. Das Konzept ist schnell erklärt: Patienten kommen rein, ihr findet heraus, was ihnen fehlt, und behandelt sie, bevor die Station im Chaos versinkt.

Erst die Diagnose, dann die Behandlung

Das Herzstück von Vital Decisions ist Detektivarbeit. Jeder Patient kommt mit einem Problem, und eure Aufgabe ist es herauszufinden, was genau dahintersteckt. Zuerst messt ihr die Vitalwerte, und wenn die Zahlen nicht zusammenpassen, schlagt ihr in eurem medizinischen Handbuch nach.

Reicht das nicht, steht euch ein ganzer Werkzeugkasten an Untersuchungen zur Verfügung. Bluttests, EKGs, Röntgenbilder und CT-Scans helfen dabei, das Krankheitsbild jedes Patienten einzugrenzen. Erst wenn eine Diagnose steht, geht es an die eigentliche Behandlung.

Die Behandlung deckt eine Menge ab. Ihr verschreibt vielleicht das richtige Medikament, legt eine Schiene an, stillt eine Blutung oder führt einen speziellen Eingriff durch. Mit mehr als zwanzig Krankheitsbildern im Spiel gibt es einiges zu lernen, und das medizinische Handbuch wird wohl euer bester Freund.

Nichts bleibt, wie es ist

Was Vital Decisions zu mehr als einer Checkliste macht: Die Patienten bleiben im übertragenen Sinn nicht still liegen. Ein Patient kann sich schön stabilisieren. Er kann aber auch Komplikationen entwickeln. Schlimmer noch, es kann sich herausstellen, dass eure Diagnose von Anfang an falsch war.

Letzteres tut weh. Es bedeutet, dass ihr nicht einfach jemanden behandeln und zum nächsten Bett weiterziehen könnt. Ihr müsst alle im Blick behalten und bereit sein umzusteuern, wenn sich die Lage ändert. Das Spiel setzt voll auf diese ständige Überwachung, während der Druck im Laufe einer Schicht immer weiter steigt.

Das ganze Krankenhaus leiten, nicht nur den Behandlungsraum

Zur medizinischen Seite kommt noch eine Management-Ebene. Ihr müsst im Auge behalten, wie viele Betten frei sind und wie viele Medikamente ihr noch vorrätig habt. Dazu kommen Krankenhaus-Upgrades, um die ihr euch im Laufe der Schicht kümmern müsst.

Das ist wichtig, weil die Fälle nicht einfach bleiben. Je weiter eine Schicht voranschreitet, desto komplexer werden die Patienten, die durch die Tür kommen. Ihr jongliert also gleichzeitig mit Diagnose, Behandlung, Vorräten und Platz. Klingt stressig, und genau darum geht es.

Allein oder mit Team

Vital Decisions lässt sich allein oder im Online-Koop spielen. Glänzen will das Spiel aber ganz klar im Koop. Mit bis zu acht Spielern wird jede Runde zum Test für Teamwork und Triage, also den medizinischen Fachbegriff dafür, zu entscheiden, wer abhängig von der Dringlichkeit zuerst behandelt wird.

Acht Leute in einer Notaufnahme können auf zwei Arten enden. Entweder läuft alles wie ein gut geöltes Uhrwerk, bei dem jeder seine Aufgabe kennt, oder der Raum ist voller Leute, die alle am selben Patienten Tests machen, während jemand anderes in der Ecke verblutet. So oder so dürfte das für einige denkwürdige Abende mit Freunden sorgen.

Wenn ihr es ausprobieren wollt: Die Demo ist ab sofort verfügbar. Wer Interesse an der Beta hat, kann sich auf der Anmeldeseite des Spiels über "Request Access" eintragen.

Unsere Einschätzung

Vital Decisions passt gut zu einem Trend, der uns bei Indie-Vorschauen immer wieder begegnet: Koop-Spiele, bei denen gemeinsames Chaos statt Kampf im Mittelpunkt steht. Wir haben erst kürzlich über die Waschbär-Koop-Raubzüge von Greedy und den Schützengraben-Shooter Corrupted Veil berichtet, und der Reiz ist hier ähnlich. Der Spaß entsteht dadurch, dass Leute versuchen, sich unter Druck abzustimmen.

Was heraussticht, ist der Fokus auf die Diagnose. Viele Management-Spiele drehen sich um Tempo, aber die Idee, dass sich eine Diagnose als falsch herausstellen kann, deutet darauf hin, dass Vital Decisions euch zum Nachdenken bringen will und nicht nur zum schnellen Klicken. Das könnte dem Spiel mehr Tiefe verleihen als einem typischen Partyspiel.

Spannend bleibt, ob eine Lobby mit acht Spielern Spaß macht oder in reinem Lärm untergeht. Die Kommunikation dürfte über Erfolg oder Misserfolg einer Runde entscheiden. Interessant wird auch, wie gut sich der Solomodus ohne Team schlägt, das die Arbeit aufteilt. Die Demo und die Beta-Testphase sollten darauf eine erste gute Antwort liefern.