HAUNTED: Escape the Dollhouse - Anmeldung zur Koop-Beta
Mit Puppenhäusern stimmt etwas ganz grundsätzlich nicht. Die winzigen Stühle, das aufgemalte Lächeln, die kleinen Zimmer, die bewohnt aussehen, obwohl dort nie jemand gewohnt hat. HAUNTED: Escape the Dollhouse nimmt genau dieses Unbehagen und macht daraus ein Koop-Rätselspiel. Noch besser: Die Anmeldung zur Beta ist ab sofort offen.
Die Idee ist schnell erklärt. Ein Mitspieler steht draußen und macht sich an einem unheimlichen Puppenhaus zu schaffen. Alle anderen stecken darin fest und irren durch Zimmer, die plötzlich lebensgroß sind. Niemand hat das ganze Bild vor Augen, und genau darum geht es.
Einer draußen, alle anderen gefangen
HAUNTED: Escape the Dollhouse ist ein asymmetrisches Koop-Spiel für zwei bis vier Personen. Asymmetrisch heißt hier, dass die Rollen nicht gleich sind. Ein Spieler übernimmt die Rolle des Ermittlers und untersucht das Puppenhaus von oben. Die übrigen sind in den lebensgroßen Räumen gefangen und suchen nach einem Ausweg.
Der Clou: Die Hinweise landen nie bei der Person, die sie gerade braucht. Was auch immer ihr anstarrt, die Lösung hält vermutlich jemand anderes in der Hand. Also wird geredet. Viel. Und wenn eure Gruppe auch nur ein bisschen wie meine ist, wird dieses Reden auf alle möglichen unterhaltsamen Arten schiefgehen.
Zum Hin- und Herreichen der Rätsel kommt noch eine übernatürliche Komponente. Spieler können die Sicht einsetzen, eine paranormale Fähigkeit, die verborgene Geheimnisse sichtbar macht. Damit knackt ihr die okkulten Rätsel des Spiels. Gleichzeitig breitet sich ein Fluch immer weiter aus und bringt alle im Haus in Gefahr. Die Uhr tickt also, auch wenn das Spiel nicht genau verrät, wie sie euch erwischt.
Jeder Besuch ist anders
Jetzt kommt der Teil, der mich aufhorchen ließ. Räume, Rätsel und übernatürliche Ereignisse werden alle zufällig zusammengestellt. Eine Ermittlung dauert etwa 30 bis 40 Minuten, und keine soll wie die andere ablaufen.
Das ist eine kluge Länge. Lang genug, um Spannung aufzubauen, aber kurz genug, um nach dem Abendessen noch eine oder zwei Runden unterzubringen. Der Zufall löst außerdem das klassische Escape-Room-Problem. Kennt man die Lösung erst einmal, ist der Zauber verflogen. Wenn Aufbau und Rätsel ständig neu gemischt werden, dürfte das Puppenhaus noch eine Weile seltsam bleiben.
Einen Fortschritt gibt es auch. Für jede Runde bekommt ihr EP und Seelenmarken, mit denen ihr neue Fähigkeiten freischaltet und eure übernatürlichen Sinne schärft. Selbst eine völlig verkorkste Partie, in der alle verflucht werden, zählt also noch für etwas.
Chaos mit System
Das Spiel nennt Keep Talking and Nobody Explodes und We Were Here ganz offen als Vorbilder. Wer eines davon gespielt hat, kennt die Stimmung. Einer beschreibt etwas schlecht, der andere versteht es falsch, und eine simple Aufgabe zerfällt in Sekunden.
HAUNTED setzt voll darauf. Falsch gedeutete Rituale und miserable Wegbeschreibungen gehören hier zum Spaß und sind kein Fehler. Die Beta verspricht sogar "eine puppenstarke Zeit", was zeigt, dass sich das Spiel selbst nicht allzu ernst nimmt.
Wenn euch die Flucht vom Spukdachboden in Lost in the Roots angesprochen hat, lohnt sich hier ein Blick. Wer Interesse hat, kann sich über den Button "Request Access" auf der Seite des Spiels für die Beta anmelden.
Unsere Einschätzung
Kommunikationsrätsel sind inzwischen ein kleines eigenes Genre. Keep Talking und We Were Here haben gezeigt, dass aus jeder Runde eine Partygeschichte wird, wenn man die Informationen auf mehrere Spieler verteilt. HAUNTED: Escape the Dollhouse scheint das genau zu wissen. Das Draußen-gegen-drinnen-Prinzip ist ein schöner Rahmen dafür. Es passt außerdem eindeutig zu Gruppen, die gemeinsam etwas zum Herumschreien suchen, ganz ähnlich wie das Planwagen-Partychaos von Clumsy Claws.
Die große Frage ist der Zufall. Die Ankündigung deutet darauf hin, dass die Entwickler auf Wiederspielwert setzen und keinen Escape Room zum einmal Durchspielen wollen. Es bleibt spannend, ob sich die gemischten Räume und Rätsel nach einer Handvoll Runden tatsächlich noch frisch anfühlen oder ob sich Muster zeigen. Die Freischaltungen über EP und Seelenmarken könnten helfen, das Ganze aber auch in Richtung Grind kippen lassen. Die Beta sollte einen ersten Eindruck davon geben, wie gut diese Balance gelingt.
Für entspannte Spieler mit fester Koop-Truppe sieht das nach einem Titel aus, den man einfach mal ausprobieren kann. Die Runden sind kurz, der Horror wirkt verspielt, und das Scheitern klingt nach dem halben Spaß.
