Cat Secretary Vorschau: Schleichen im Büro auf Samtpfoten
Dass Roboter den Menschen die Jobs wegnehmen, war schon Sorge genug. Jetzt wollen auch noch die Katzen mitmischen. In Cat Secretary landest du als vierbeiniger Neuzugang auf der Gehaltsliste eines Büros, und heraus kommt eine Mischung aus Alltagsaufgaben, Herumschleichen und sanftem Bürodrama.
Indie Games Plus konnte auf der Gamescom, der großen jährlichen Spielemesse in Cologne, Germany, eine Demo von Cat Secretary anspielen. Nach dieser Vorschau sieht das Spiel wie ein schräges kleines Juwel aus, das man im Auge behalten sollte.
Erster Arbeitstag
Die Ausgangslage: Du fängst einen neuen Job in einem Büro an und bist dir nie ganz sicher, was die Firma eigentlich macht. Um dich herum reden alle übers Geschäft, aber du bist eine Katze, Lesen ist also nicht so dein Ding. Macht nichts, denn für den Papierkram braucht dich ohnehin niemand.
Stattdessen lernt dich ein KI-Roboter an, und danach wirst du losgeschickt, um kleine Aufgaben zu erledigen, die die Stimmung aller heben. Die Idee ist witzig, und mir gefällt, wie das Spiel das Thema KI-Übernahme aufs Korn nimmt, ohne den moralischen Zeigefinger zu heben.
Deine Aufgabenliste ist angenehm alltäglich. Du füllst Kaffeekannen auf. Du spielst kleine Minispiele, etwa das Sortieren von Akten. Vor allem versuchst du, den Menschen den Arbeitstag ein bisschen leichter zu machen. Wer schon die Gelegenheitsjobs auf Rollschuhen in RollerGirl mochte, dürfte sich bei diesem Kreislauf aus kleinen, hilfreichen Botengängen schnell zu Hause fühlen.
Büropolitik auf Katzenart
Auf dem Papier ist das Konzept simpel. Darunter steckt aber eine Geschichte. Einige Angestellte sind mit ihrem Job unzufrieden, und ein Teil deiner Aufgabe ist es, sie umzustimmen.
Dann ist da noch dein KI-Ausbilder, der sich als sympathische Figur entpuppt. Obwohl er für die Firma arbeitet, hat der Roboter zu vielen Bereichen des Gebäudes keinen Zutritt. Deinem mechanischen Freund dorthin zu verhelfen, wo er hinmuss, scheint einer der roten Fäden zu sein, die die Geschichte zusammenhalten.
Und ruhig bleibt die Demo nicht. Laut der Vorschau gibt es Drama, es gibt Drohungen, und es gibt eine ausgewachsene KI-Übernahme. Zwischendurch reparierst du außerdem Router und nimmst Getränkeautomaten in die Mangel. Oder eher in die Pfoten.
Vorbei an den großen Bots
Im Kern dreht sich das Spiel um Aufgaben. Du streifst durchs Büro, übernimmst die dir zugeteilten Jobs und hebst die Laune der Belegschaft. Aber es gibt einen Haken, und genau hier wird Cat Secretary interessanter.
Jede Katze hat ihr Revier. Verlässt du es, bekommst du Ärger. Das bedeutet, dass du dich bei manchen Aufgaben an den größeren Robotern vorbeischleichen musst, die im Büro patrouillieren, um den Menschen oder den kleineren Bots helfen zu können. Es ist ein Schleichspiel, nur dass hier eine Katze zwischen den Schreibtischen herumschleicht statt ein Soldat, der hinter Kisten in Deckung geht.
Die Vorschau beschreibt das Ganze als ungewöhnliche Variante des Schleichgenres, voller lustiger und sogar gemütlicher Momente. Als Katze fühlt man sich hier offenbar pudelwohl. Du spielst Minispiele, machst dich bei den Menschen nützlich und bist den KI-Bots, die das Ruder übernommen haben, vielleicht nicht ganz so hilfreich.
Dieser letzte Punkt ist eine schöne Idee. Deine Loyalität gilt klar den Menschen, und den Maschinen ein bisschen Ärger zu machen, scheint Teil des Spaßes zu sein.
Wo es das Spiel gibt
Cat Secretary ist noch nicht erschienen. Das fertige Spiel kann auf Steam auf die Wunschliste gesetzt werden. Ein Erscheinungsdatum nennt die Quelle nicht, für den Moment ist die Steam-Seite also die beste Anlaufstelle, um die Entwicklung zu verfolgen.
Unsere Einschätzung
Cat Secretary scheint genau in einer Nische zu landen, die gerade viele Indie-Spiele ansteuern: gemütliche Aufgaben ohne Druck, kombiniert mit einer leichten spielerischen Wendung. Hier ist diese Wendung das Schleichen. Eine Kombination, die erstaunlich gut zu einer Katze passt. Katzen sind schließlich dafür bekannt, dorthin zu gehen, wo sie nichts zu suchen haben.
Der KI-Aspekt ist das andere, was heraussticht. Roboter, die Arbeitsplätze übernehmen, sind ein hochaktuelles Thema, und das deutet darauf hin, dass die Entwickler es lieber mit Humor als mit Schwarzmalerei kommentieren wollen. Ob die Geschichte über ein ganzes Spiel trägt oder ein netter Hintergrund bleibt, ist noch offen.
Spannend wird auch, wie tief das Schleichen geht. In Spielen wie Bandit Knight mit seinen Raubzügen in 2.5D ist das Schleichen die Hauptattraktion. In Cat Secretary scheint es sich die Bühne mit Kaffeekannen und Aktensortieren zu teilen. Wenn die Balance stimmt, könnte das eine schöne Wahl für alle sein, die die Idee von Schleichspielen mögen, aber keinen Stress wollen.
Wie Mr. Records mit seiner Ladentheke macht es aus einem Alltagsjob ein Spiel. Wir sind gespannt, wie viel Abwechslung die fertige Version bietet, wenn der Reiz des Neuen aus der Demo verflogen ist.
