Memoria Wake: Beta-Demo zum Soulslike mit Regenschirm

Memoria Wake: Beta-Demo zum Soulslike mit Regenschirm

Memoria Wake ist ein Soulslike-Action-Adventure, und deine Waffe ist ein Regenschirm. Der ist zum Kämpfen gedacht, nicht dafür, dich trocken zu halten, und schon das hat mich neugierig gemacht.

Eine Beta-Demo des Spiels ist ab sofort auf Steam verfügbar. Wenn du knackige Bosskämpfe magst, deine Welten gern ein wenig seltsam sind und deine Ausrüstung etwas ungewöhnlich, solltest du dieses Spiel auf dem Schirm haben.

Ein Träumer zwischen Schatten und Licht

Du spielst den Träumer, der in einem zerbrochenen Land aus Schatten und Licht erwacht. Die Landschaften werden als surreal beschrieben, und sie verändern sich auch um dich herum. Ein schöner Kniff für ein Genre, in dem man sonst meist eine feste Karte Stück für Stück auswendig lernt.

Das Ziel ist persönlich. Ein Freund ist verschwunden, und der Träumer macht sich auf die Suche nach ihm. Unterwegs setzt du nach und nach eine zersplitterte Vergangenheit zusammen. Der Freund gilt als lange verschollen, es geht also wohl weniger um eine schnelle Rettung als um eine Suche, die sich schon eine ganze Weile hinzieht.

Die Entwickler legen viel Wert auf Stimmung. Schönheit und Schrecken sollen in einer handgefertigten Welt direkt nebeneinander stehen. Für diese Mischung habe ich eine echte Schwäche. Hübsche Orte, die sich ein kleines bisschen falsch anfühlen, bleiben meist länger hängen als Orte, die einfach nur düster sind.

Parieren mit voller Überzeugung

Die Kämpfe folgen den Soulslike-Regeln. Du weichst gegnerischen Angriffen aus, und wenn du im genau richtigen Moment parierst, öffnen sich Feinde für schwere Treffer. Wer schon einmal einen ganzen Abend lang am selben Ritter in einem Souls-Spiel gestorben ist, weiß, wie gut sich eine saubere Parade anfühlt. Diesen Moment mit einem Regenschirm zu erleben, dürfte ein echter Genuss werden.

Zu bekämpfen gibt es auch reichlich. Das Spiel verspricht mehr als 15 Bosse. Für ein Indie-Projekt ist das eine ordentliche Zahl, und sie deutet darauf hin, dass die Bossbegegnungen das Rückgrat des Abenteuers bilden.

Dein Regenschirm bleibt nicht dein einziges Werkzeug. Vier Nebenwaffen lassen sich freischalten, es sollte also Spielraum geben, deine Taktik zu ändern, wenn ein Kampf kippt.

Artefakte, Rätsel und eine knifflige Energieleiste

Erkunden lohnt sich dank Artefakten. Sie verleihen neue Fähigkeiten, und die helfen nicht nur im Kampf. Manche eröffnen auch Lösungen für Rätsel. Das spricht für eine Welt, die du gründlich absuchen willst, ähnlich wie die düstere Fantasy-Action von SACRATA Spieler belohnt, die überall herumstöbern.

Das Detail, das mich am meisten interessiert, ist das Heilsystem. Spezialangriffe und Heilgegenstände zehren von derselben Energiereserve. Jede Heilung ist also eine echte Entscheidung. Flickst du dich jetzt zusammen, oder sparst du die Energie für einen großen Angriff, der den Kampf schneller beenden könnte?

Die Idee ist simpel, könnte Bosskämpfe aber deutlich spannender machen. Auf Nummer sicher zu gehen hat seinen Preis, in die Offensive zu gehen ebenso. Ich vermute, dass viele Spieler diese Lektion auf die harte Tour lernen werden.

Wo es die Demo gibt

Die Beta-Demo von Memoria Wake lässt sich ab sofort über Steam herunterladen. So kannst du ganz einfach einsteigen und die Regenschirm-Kämpfe selbst ausprobieren. Falls du dich schon durch aktuelle Demos wie das schwerkraftverbiegende Fallgrade gespielt hast, ist das ein weiterer kostenloser Vorgeschmack, der auf deine Liste gehört.

Die Ankündigung endet mit einem Wortspiel zum Augenrollen: Niemand soll dir die Parade verregnen. Lasse ich durchgehen.

Unsere Einschätzung

Soulslikes sind inzwischen eine der vollsten Ecken im Indie-Bereich. Um aufzufallen, braucht ein neues einen Aufhänger, und Memoria Wake scheint gleich zwei zu haben. Der Regenschirm verleiht dem Spiel sofort eine eigene Identität, und die gemeinsame Energiereserve für Heilung und Spezialangriffe bringt in jeden Kampf eine zusätzliche taktische Ebene.

Die größere Frage ist, ob die wandelbare, surreale Welt mehr ist als eine hübsche Kulisse. Wenn die sich verändernden Landschaften tatsächlich beeinflussen, wie du erkundest und kämpfst, könnte sich das Spiel damit von der Genre-Konkurrenz abheben. Sind sie vor allem optisch, muss das Kampfsystem alles alleine tragen.

Auch die Geschichte sollte man im Blick behalten. Ein verschwundener Freund und eine zerbrochene Vergangenheit sind bekannte Ausgangslagen. Wie bei Deadpacts Abstieg in den Survival-Horror wird viel davon abhängen, wie gut Atmosphäre und Erzählung über einen kompletten Durchgang zusammenhalten.

Fürs Erste ist die Beta-Demo der beste Weg, sich ein Urteil zu bilden. Es lohnt sich zu beobachten, wie die Entwickler auf Rückmeldungen reagieren, vor allem beim Timing der Paraden und bei der Balance der Energiereserve. Diese beiden Systeme dürften entscheiden, ob sich Memoria Wake fair anfühlt oder einfach nur frustrierend.