Alien 3: C64-Port landet auf dem Amstrad CPC Plus

Alien 3: C64-Port landet auf dem Amstrad CPC Plus

Manche Nachrichten erwischen einen einfach kalt. Für den Amstrad CPC Plus, die aufgebohrte 8-Bit-Variante von Amstrads Heimcomputer-Reihe, ist eine frische Umsetzung von Alien 3 aufgetaucht. Damit hatte ich diese Woche nicht gerechnet, aber hier sind wir.

Das Projekt nimmt die Commodore-64-Fassung des Lizenz-Plattformers von Probe Software, die ursprünglich in den 90ern erschien, und bringt sie auf Amstrads verbesserte Hardware. Das Entscheidende dabei: Es handelt sich nicht um eine simple Eins-zu-eins-Kopie. Das Team hat dem Spiel einen eigenen Look verpasst, und das sieht man.

Sprites mit etwas Luft zum Atmen

Viele 8-Bit-Portierungen fühlen sich am Ende träge an. Diese hier setzt auf die eigenen Hardware-Sprites des CPC Plus, um genau das zu vermeiden. Ellen Ripley, die Xenomorphs, die Wächter am Ende der Abschnitte und sogar die Salven deiner Waffen werden allesamt als Hardware-Sprites dargestellt und liegen so sauber über der Kulisse.

Diese Sprites nutzen außerdem eine eigene Farbpalette, völlig getrennt vom Hintergrund. Das mag nach einer trockenen technischen Randnotiz klingen, macht auf einem Rechner wie diesem aber viel aus. Die Figuren heben sich deutlich von den Hintergründen ab, statt mit ihnen zu verschwimmen. Dazu kommt feines Hardware-Scrolling auf Pixelebene, und schon gleitet das Geschehen über den Bildschirm, statt sich mühsam voranzuschleppen.

Wer die jüngste Reihe an CPC-Veröffentlichungen verfolgt hat, etwa Bubble Ghost auf dem Amstrad CPC 6128, weiß, dass in der Plattform noch jede Menge Leben steckt. Alien 3 geht noch einen Schritt weiter und nutzt die speziellen Funktionen des Plus.

Fünfzehn Abschnitte voller Ärger

Das Spiel selbst hält sich an den Aufbau, den Fans kennen. Es gibt fünfzehn Abschnitte in einer feindseligen Kolonie. Deine Aufgabe ist es, in jedem Level versteckte Gefangene aufzuspüren und zu befreien und dich anschließend um die Gegner zu kümmern, die am Ende jeder zielorientierten Mission warten.

Knifflig wird es beim Überleben. Du hast genau eine Chance, die Mission zu schaffen. Kein Sicherheitsnetz. Eine feste Anzeige behält deine Gesundheit, deine Munition, ein Bewegungsradar und einen Countdown im Blick, der unaufhörlich weiterläuft.

Das Radar ist eine schöne Geste für alle, die mit den Filmen groß geworden sind. Der Timer ist weniger freundlich. Ob du rauskommst oder nicht, kann davon abhängen, ob du rechtzeitig eine frische Batterie auftreibst. Gutes Haushalten mit den Vorräten ist also genauso wichtig wie ein schneller Abzugsfinger. Ich sehe mich schon durch die Gänge hetzen, die Uhr im Auge und in der Hoffnung, dass im nächsten Raum Nachschub liegt.

Auch der Sound wurde aufgewertet

Auch beim Ton wurde nachgelegt. Der ursprüngliche Soundtrack des Commodore 64 wurde für den AY-Chip des Amstrad umgesetzt, den Klangerzeuger, den der CPC für die Musik nutzt. Die krachenden Soundeffekte laufen dagegen komplett über die ASIC-DMA-Hardware des Plus, eine Funktion des Spezialchips, mit der das Gerät zusätzliche Soundaufgaben stemmen kann.

In der Praxis bekommen Musik und Effekte damit jeweils ihre eigene Spur. Das dürfte für ordentlich Wumms sorgen, sobald die Schießerei losgeht.

Wer dahintersteckt

Als Urheber der Portierung werden Devil-System und GPT genannt, wobei JAMSI ebenfalls Devil-System zugeschrieben wird. Ja, das ist also eine weitere Veröffentlichung, bei der ein KI-Werkzeug neben einem menschlichen Entwickler in den Credits steht. Die ersten Reaktionen fallen offenbar positiv aus, ein Kommentator schrieb unter der ursprünglichen Ankündigung schlicht, es "sieht fantastisch aus". Allein nach der Beschreibung lässt sich da kaum widersprechen.

Unsere Einschätzung

Diese Veröffentlichung passt genau zu einem Trend, der uns auf diesem Blog immer wieder begegnet. Retro-Entwickler führen KI-Werkzeuge zunehmend als Mitwirkende auf, ähnlich wie bei der per KI programmierten Outrun-2026-Portierung für den Amstrad CPC. Alien 3 deutet darauf hin, dass dieser Ansatz über einfache Umsetzungen hinausgeht und hin zu Portierungen führt, die die besondere Hardware eines Rechners tatsächlich ausreizen.

Der CPC Plus stand schon immer im Schatten des normalen CPC, daher ist es ein echtes Vergnügen, seine Sprites, sein Scrolling und seinen ASIC-Sound endlich richtig im Einsatz zu sehen. Es lohnt sich zu beobachten, ob jetzt mehr Entwickler gezielt für den Plus programmieren. Wer düstere Science-Fiction auf 8-Bit-Rechnern mag, sollte sich außerdem Void Lancer für den C64 anschauen, während er darauf wartet, dieses Spiel selbst in die Finger zu bekommen.