Haunting Indies: Neue Videoreihe bei The Indie Informer
Im Oktober setzen selbst die gemütlichsten Ecken der Indie-Szene Spinnweben an. The Indie Informer macht da mit und startet eine neue, zeitlich begrenzte Videoreihe namens Haunting Indies. Die erste Folge ging am 13. Oktober online, und vier Spiele standen dabei im Rampenlicht.
Moderiert wird die Reihe von Jill Grodt, sie läuft den restlichen Oktober über. Das Ziel ist einfach: Zuschauer sollen einen Blick auf die dunklere Seite der Indie-Spiele werfen können, ein Video nach dem anderen. Die Idee gefällt uns richtig gut.
Eine Saisonreihe mit kurzem Verfallsdatum
Haunting Indies soll keine Dauereinrichtung werden. Es ist eine saisonale Reihe, abgestimmt auf genau die Zeit im Jahr, in der Spieler gezielt nach etwas Gruseligem suchen. Der Auftaktbeitrag nennt den 13. Oktober als passenden Startpunkt, und das leuchtet ein. Bis Halloween bleiben damit knapp drei Wochen, die mit weiteren Folgen gefüllt werden können.
Wie viele Videos geplant sind oder wie oft sie erscheinen, verrät der Beitrag nicht. Er fordert die Zuschauer nur auf, den ganzen Monat über die Augen offen zu halten. Wer neugierig ist, schaut also am besten ab und zu wieder vorbei.
Dann ist da noch die Frage nach dem Ton. Der Auftakt erschien unter dem Label "Just Chilling", und das passt. Nach einem knallharten Horrormarathon, nach dem man nur noch mit Licht schlafen kann, klingt das nicht. Eher nach einem entspannten Rundgang durch einige der schaurigeren Titel da draußen, und das ist genau unser Ding.
Die Auftaktauswahl
Die erste Folge widmet sich vier Spielen:
- Tearoom of Terror
- Little Ghost
- Apothecurse
- Apple Crumble
Der Beitrag selbst beschreibt die Spiele nicht im Detail, die eigentlichen Eindrücke und Spielszenen gibt es also im Video. Über Spielmechaniken oder Handlungsdetails, die wir nicht bestätigt gesehen haben, wollen wir nicht spekulieren. Trotzdem zeichnen schon die Namen ein lustiges Bild.
Eine Teestube mit "Terror" im Titel. Ein kleiner Geist. Eine Apotheke, an der ein Fluch hängt. Und dann Apple Crumble, was eher nach Nachtisch als nach Gänsehaut klingt. Diese Mischung deutet auf eine Auswahl hin, bei der es nicht nur um Schockmomente und Blut geht. Manche der Spiele könnten eher verspielt oder charmant als furchteinflößend sein, wo genau sie jeweils landen, verrät aber erst die Folge selbst.
Wie die Sendung entsteht
The Indie Informer legt offen, wie die Reihe finanziert wird. Die Videos gibt es dank Unterstützern, die dem Patreon der Seite beigetreten sind, einer Plattform, auf der Fans regelmäßig einen Betrag zahlen, um Kreative zu unterstützen, die sie mögen. Laut Beitrag ist es diese Unterstützung, die es dem Team ermöglicht, Videos für die Community zu produzieren.
Zum Auftakt gehört eine Dankesliste der Unterstützer samt einem herzlichen Dankeschön. Das ist ein kleines Detail, sagt aber viel darüber aus, wie viele auf Indie-Spiele spezialisierte Medien arbeiten. Die Berichterstattung über kleinere Spiele hängt oft davon ab, dass Leser und Zuschauer direkt etwas beisteuern, und nicht von großen Werbedeals.
Außerdem weist der Beitrag darauf hin, dass die Spielschlüssel von den Entwicklerteams oder ihren Partnern bereitgestellt wurden. Das ist in der Spieleberichterstattung üblich, und es ist gut, dass es klar offengelegt wird. So wissen die Zuschauer genau, woher die Testexemplare stammen.
Warum saisonale Übersichten funktionieren
Thematische Reihen wie diese lösen ein echtes Problem für Spieler. Jeden Oktober landet eine Flut von Titeln mit Gruselanstrich in den Shops, und es ist schwer, die einprägsamen von den vergessenswerten zu trennen. Eine kuratierte Auswahl, verteilt auf mehrere Folgen, macht das deutlich einfacher.
Ein bisschen davon haben wir diesen Monat selbst schon sortiert. Wer noch mehr Ideen für die Jahreszeit sucht, findet in unserer Übersicht zu Indie-Spielen für Halloween 2026 eine gute Ergänzung zu Haunting Indies. Mit beidem zusammen solltet ihr für die kommenden Wochen reichlich Auswahl haben.
Hinzu kommt, dass Videos zeigen, was Text manchmal nicht kann. Atmosphäre, Sounddesign und Tempo entscheiden zu einem großen Teil darüber, ob ein Gruselspiel funktioniert. Ein paar Minuten Spielszenen anzuschauen ist oft der schnellste Weg, um herauszufinden, ob ein Spiel zum eigenen Geschmack in Sachen Angst passt.
Das größere Bild
Haunting Indies passt zu einem Muster, das uns den ganzen Oktober über aufgefallen ist: Die Indie-Szene setzt in dieser Saison stark auf düstere Themen. Auch bei uns gab es eine ganze Reihe gruseliger Projekte, vom Koop-Schrecken in HAUNTED: Escape the Dollhouse bis zum Grauen am Arbeitsplatz in der Demo von Stockroom Syndrome. Eine Reihe, die sich genau dieser Ecke des Marktes widmet, wirkt da wie eine naheliegende Antwort.
Auffällig ist die offenbar große Bandbreite der Auftaktauswahl. Nach den Titeln zu urteilen, könnte "dunklere Seite" mehr umfassen als reinen Horror, was darauf hindeutet, dass die Reihe auch Spieler ansprechen könnte, die eine schaurige Stimmung ohne Stress mögen. Das würde entspannten Spielern gut gefallen.
Es lohnt sich, im Blick zu behalten, wie viele Folgen bis Ende Oktober erscheinen und ob die Mischung so abwechslungsreich bleibt. Die Abhängigkeit von Patreon-Unterstützung erinnert zudem daran, dass von der Community finanzierte Berichterstattung kleinere Spiele sichtbar hält. Kommt die Reihe gut an, wäre es nicht überraschend, wenn sie im nächsten Herbst zurückkehrt, angekündigt ist dazu allerdings nichts.
