Nova Era: Atom: Offene Beta für Sci-Fi-MMORPG mit Raumkampf
In Nova Era: Atom sollst du ein Raumschiff bauen, damit hinaus ins Dunkel fliegen und mit vollen Taschen zurückkehren. Das Sci-Fi-MMORPG verbindet chinesische Mythologie mit Raumschiffkämpfen in der Third-Person-Perspektive und steht jetzt in einer offenen Beta für alle Interessierten bereit.
Diese Mischung ist ungewöhnlich, und genau deshalb ist mir das Spiel aufgefallen. Weltraumspiele setzen meist auf kalten Stahl und harte Wissenschaft. Wer Mythologie in dieses Setting einwebt, verleiht Nova Era: Atom eine eigene Note, die sich vom üblichen Einerlei aus glänzenden Konzern-Raumschiffen abhebt.
Dein Schiff, deine Regeln
Im Mittelpunkt steht dein Schiff. Du baust dir ein eigenes Raumschiff, steuerst es durch den virtuellen Weltraum und nimmst damit Missionen an, die sich grob in drei Arten aufteilen: Erkundung, Kampf und Extraktion.
Der Reiz ist schnell erklärt. Alles, was du heil nach Hause bringst, darfst du behalten. Das kennt jeder, der schon Zeit mit Extraction-Spielen verbracht hat: Die Spannung entsteht aus der Frage, wann man sein Glück noch weiter herausfordert und wann man lieber den Rückzug antritt.
Die Entwickler sprechen außerdem davon, "die Geheimnisse des Kosmos zu erforschen". Was genau hinter diesen Geheimnissen steckt, ist noch weitgehend unklar, eine ausführliche Geschichte würde ich von der Beta also nicht erwarten. Trotzdem lässt ein mythologisch angehauchtes Universum dem Team reichlich Spielraum.
Berufe, Talente und Chips
Nova Era: Atom bietet drei Hauptberufe. Jeder davon lässt sich auf drei Ebenen weiter anpassen:
- Schiffskomponenten, die bestimmen, wie dein Schiff aufgebaut ist
- Talente, mit denen du deinen Beruf auf deinen Spielstil zuschneidest
- Chips, die deinen Waffen besondere Fähigkeiten verleihen
Das Chip-System klingt nach dem spannendsten Teil. Waffen mit Spezialfähigkeiten können aus einem gewöhnlichen Luftkampf eine deutlich taktischere Angelegenheit machen, vor allem, wenn Spieler auf schräge Kombinationen stoßen, mit denen die Entwickler nicht gerechnet haben. Genau für diese Art von Tüftelei ist eine Beta da.
Drei Berufe sind keine riesige Auswahl. Mit Komponenten, Talenten und Chips obendrauf sollte es aber genug Spielraum geben, um Schiffe zu bauen, die weder aussehen noch kämpfen wie die aller anderen.
Void Invasion: Beute und Verfolgungswahn
Das Herzstück ist der Dungeon Void Invasion. Er setzt auf PvPvE, du trittst also gleichzeitig gegen computergesteuerte Gegner und andere menschliche Spieler an.
Dein Ziel ist es, wertvolle Beute zusammenzuraffen. Der Haken: Da draußen sind auch NPCs und rivalisierende Piloten unterwegs, und Letztere lauern dir nur zu gern auf. Du räumst also nicht einfach einen Dungeon leer, sondern musst ständig über die Schulter schauen.
Ehrlich gesagt klingt das nach Stress im besten Sinne. Nichts lässt einen Frachtraum schwerer wirken als das Wissen, dass hinter dem nächsten Asteroiden vielleicht ein anderer Spieler nur darauf wartet, dass du ihn für ihn füllst. Wer die Anspannung in der offenen Beta von Corrupted Veil oder in anderen Shootern mit Survival-Einschlag mochte, kommt bei Void Invasion womöglich auf ähnliche Weise auf seine Kosten, nur eben im All.
Ein klassisches Fundament
Unter der Haube setzt Nova Era: Atom auf das, was die Entwickler ein klassisches MMORPG-Fundament nennen. Zudem betonen sie, dass die Spieler die Community mitgestalten sollen.
Für ein Onlinespiel in diesem Stadium ist das ein vernünftiger Ansatz. Ein MMORPG steht und fällt mit den Leuten, die auftauchen, und oft sind es die frühen Tester, die den Ton für alle Nachzügler vorgeben.
So machst du mit
Der Einstieg ist unkompliziert. Ruf die Seite des Spiels auf und klick auf "Request Access", um dich für den Spieltest anzumelden. Danach kannst du durchstarten und selbst herausfinden, ob der Schiffsbau und der Void-Invasion-Dungeon halten, was die Idee verspricht.
Wie bei jeder Beta solltest du mit Änderungen rechnen. Balance, Funktionen und Inhalte dürften sich verschieben, sobald die Entwickler Rückmeldungen sammeln.
Unsere Einschätzung
Nova Era: Atom startet mitten in einer betriebsamen Zeit für Online-Betas. In den vergangenen Wochen haben zahlreiche Multiplayer-Projekte ihre Türen frühzeitig geöffnet, von Danu: Rise of the Templars bis zum Sci-Fi-Koop von Sand Eaters. Öffentliche Tests scheinen für kleinere Teams inzwischen der übliche Weg zu sein, sich vor dem Release ein Publikum aufzubauen, und Nova Era: Atom passt genau in dieses Muster.
Was das Spiel zumindest auf dem Papier abhebt, ist die Mischung. Extraction-Mechaniken, PvPvE-Dungeons und eine MMORPG-Struktur sind für sich genommen alle bekannt. Dass die Entwickler sie in chinesische Mythologie und Third-Person-Schiffskämpfe verpacken, deutet darauf hin, dass sie eine eigene Identität suchen, statt einfach einen großen Namen zu kopieren.
Für entspanntere Spieler könnte das Prinzip "Behalte, was du nach Hause bringst" entweder ein Anreiz oder ein Warnsignal sein. PvPvE-Modi können mitreißend sein, aber von rivalisierenden Piloten überfallen zu werden, ist nicht jedermanns Vorstellung von einem ruhigen Abend. Es lohnt sich zu beobachten, ob das Spiel abseits von Void Invasion genug zu tun bietet für alle, die lieber erkunden als sich mit anderen Spielern zu messen.
Im Auge behalten sollte man außerdem den Community-Aspekt. Die Entwickler wollen die Spieler nach eigener Aussage mitgestalten lassen, und wie sie mit dem Feedback aus der Beta umgehen, dürfte mehr über die Zukunft des Spiels verraten als jede Feature-Liste. Wer neugierig ist, findet in der offenen Beta den günstigsten Weg, um herauszufinden, ob sich dieser Winkel des Kosmos zu erkunden lohnt.
