Craterlands-Beta: Koop-Bergbau auf einer sterbenden Welt
In der Zukunft aufzuwachen klingt spannend, zumindest bis man erfährt, dass die Welt kurz vor dem Ende steht. So beginnt Craterlands, ein Koop-Abenteuer rund ums Graben, Bauen und Craften, für dessen Beta ab sofort Anmeldungen möglich sind.
Wer gerne Löcher buddelt, Rohstoffe stapelt und aus einem notdürftigen Lager nach und nach eine gut geölte Maschine macht, sollte hier einen Blick riskieren. Und allein muss man das Ganze auch nicht durchziehen.
Eine Welt am Abgrund
Die Ausgangslage ist schnell erklärt. Ihr öffnet die Augen in einer fernen Zukunft, und der Planet um euch herum steht kurz vor dem Aussterben. Was passiert ist und ob ihr daran noch etwas ändern könnt, ist der Aufhänger.
Was ihr dann tatsächlich tut, kommt einem bekannter vor. Ihr baut eine Basis auf und zieht anschließend los, um die Gegend zu erkunden. Die Welt wird als riesig und zusammenhängend beschrieben, ohne Ladebildschirme zwischen den Gebieten. Ein schönes Detail. Nichts reißt einen so sehr aus dem Spielfluss wie ein Ladebalken bei jedem Schritt durch eine Tür.
Außerdem lässt sich eine Rakete freischalten. Mit ihr geht es auf andere Planeten, was darauf hindeutet, dass Craterlands mehr vorhat als nur ein Stück Ödland. Ich mag es, wenn ein Survival-Crafting-Spiel ein großes, glänzendes Ziel am Horizont bereithält. Dann fühlt sich das ganze Steinekloppen an, als würde es irgendwohin führen.
Mutanten, Quests und vier Arten zu kämpfen
Craterlands dreht sich aber nicht nur ums Bauen. Es gibt Mutanten zu bekämpfen und Quests zu erledigen. Über ein Rollenspielsystem steigt ihr im Level auf und wählt eine Spezialisierung. Zur Auswahl stehen vier Richtungen:
- Nahkampf
- Fernkampf
- Energie
- Diener
Der Diener-Pfad ist der, der mir sofort ins Auge springt. Eine kleine Armee die Drecksarbeit erledigen zu lassen, während man sich selbst im Hintergrund hält, ist immer ein verlockender Spielstil, gerade im Koop, wo jeder eine andere Rolle übernehmen kann.
Stillstand gibt es in der Welt übrigens auch nicht. Tag-Nacht-Wechsel und wechselnde Jahreszeiten bringen neue Gegner und neue Herausforderungen mit sich. Die Karte, auf der ihr euch in einer Jahreszeit gemütlich eingerichtet habt, ist in der nächsten also womöglich nicht mehr ganz so freundlich.
Helfer, Kabel und Förderbänder
Hier zeigt sich, dass Craterlands mehr sein will als ein gewöhnliches Crafting-Spiel. Ihr könnt NPCs retten, und die stehen danach nicht einfach nur dankbar herum. Sie stellen automatisch Gegenstände her und folgen ihrem eigenen Tagesablauf. Eure Basis soll sich belebt anfühlen und nicht bloß gut gefüllt.
Dann kommt die Technikseite ins Spiel. Ihr könnt Stromsysteme verkabeln und die Produktion mit Förderbändern und Röhren automatisieren. Wer still vor sich hin strahlt, wenn Rohstoffe von einer Maschine zur nächsten gleiten, bekommt hier einiges geboten. Für andere klingt das vielleicht eher nach Hausaufgaben. Das muss jeder für sich entscheiden.
Bis zu drei Freunde mitbringen
Craterlands unterstützt bis zu vier Spieler. Freunde können jederzeit einsteigen, um mitzubauen, zu erkunden und sich mit dem anzulegen, was das Spiel als epische Bosse bezeichnet. In der Gruppe macht Graben meist mehr Spaß als allein, und wenn sich einer um die Förderbänder kümmert, während der andere auf Mutantenjagd geht, klingt das nach einer sinnvollen Arbeitsteilung.
Wer ohnehin andere gruppentaugliche Betas im Auge hat, etwa das gemütliche Koop-Schneeschippen in Clear the Snow, kann diesen Titel gleich mit auf die Liste für die eigene Spielerunde setzen.
So kommt ihr in die Beta
Die Anmeldung ist einfach. Geht auf die Beta-Seite des Spiels und klickt auf "Request Access". Das war's schon. Wann der Test startet und wie viele Spieler hineinkommen, ist noch nicht bekannt, deshalb meldet ihr euch am besten früh an und behaltet euer Postfach im Blick.
Unsere Einschätzung
Craterlands rührt eine Menge Zutaten zusammen. Survival-Crafting, Rollenspiel-Leveling, Automatisierung, NPC-Dorfbewohner, Jahreszeiten, Bosskämpfe und Raumfahrt teilen sich dieselbe Feature-Liste. Das ist für jedes Indie-Projekt ehrgeizig. Die Beta dürfte zeigen, ob diese Systeme zusammenfinden oder sich gegenseitig ein Bein stellen.
Der Ansatz passt zu einem größeren Trend. Survival-Spiele bedienen sich immer häufiger bei Automatisierungs- und Lebenssimulationen, eine sanftere Variante der Formel haben wir schon in unserem Test zu Honeycomb: The World Beyond gesehen. Craterlands wirkt allerdings deutlich kampflastiger, mit Mutanten und vier klar unterschiedlichen Spielweisen.
Koop-Betas scheinen derzeit ohnehin überall aufzutauchen, von Craterlands bis hin zu Shootern wie Sand Eaters. Für Studios ist es vermutlich sehr sinnvoll, Freundesgruppen ein Spiel früh auf Herz und Nieren prüfen zu lassen.
Spannend wird, wie tief die Tagesabläufe der NPCs wirklich gehen und ob die Rakete tatsächlich zu unterschiedlichen Planeten führt. Wenn beides überzeugt, könnte Craterlands eine starke Wahl für alle sein, die ihr Crafting gerne mit etwas Biss mögen.
